// The situation

Also ich bin Soloselbstständiger und, äh, gewinne Leads entweder, wenn die sich bei mir auf der Website in Calendly eintragen und, äh, von sich aus 'n Erstgesprächstermin vereinbaren oder über LinkedIn. Also LinkedIn ist so mein Primary Channel grade, weil bei dem ich, ähm, organischen Content mache. Oder, ähm, teilweise hatte ich Meta Ads laufen, aber das ist, äh, nur ab und zu. Ähm, ja. Genau, es kommen eigentlich so gut wie keine wichtigen Phone Calls rein. Ähm, über E-Mail kommt auch so gut wie nichts von Neukunden. Ähm, genau, aber die Frage ist halt so, was, ähm, Nachrichtenverläufe angeht und so, ob sich da 'ne Synchronisierung lohnt, um alles an einem Ort zu haben. Genau, aber insgesamt ist es eher unter zehn Anfragen pro Monat. Inquiry volume: <10 / mo. Team size: Just me.

The verdict · Jun 23, 2026

No.

Du brauchst kein CRM. Du brauchst eine Tabelle und eine Gewohnheit — die Synchronisation der Nachrichtenverläufe ist bei deinem Volumen Augenwischerei.

What's really going on

Du bekommst unter 10 Anfragen im Monat, fast alle über LinkedIn-DMs oder Calendly. Das sind zwei Orte, nicht zehn. Du kannst dir jeden Lead namentlich merken. Was dich nervös macht, ist nicht das Chaos — es ist die Angst, einen Faden zu verlieren. Ein CRM löst das nicht. Eine feste Wochenroutine schon.

What to do instead

  1. Google Sheets (kostenlos) — eine Zeile pro Anfrage: Name, Quelle (LinkedIn / Calendly / Ads), Datum, Status, nächster Schritt, Datum nächster Schritt. Das ist dein Pipeline.
  2. Notion (kostenlos für Einzelpersonen) — falls du dort schon arbeitest, leg die gleiche Tabelle dort an, mit einer Notiz-Seite pro Lead. Nicht beides, eins.
  3. Freitag-15-Minuten-Termin im Kalender, wiederkehrend. Du gehst LinkedIn-DMs und Calendly-Mails durch und füllst die Tabelle. Mehr nicht.

Jetzt sofort: Öffne Google Sheets, leg ein Blatt „Leads 2026" an mit den sechs Spalten oben, und trage die letzten fünf Anfragen ein. 20 Minuten.

What you're being oversold

Wahrscheinlich hat dir jemand HubSpot Free oder Pipedrive empfohlen — HubSpot ist für Teams von 3–10+ gedacht und schiebt dich schnell in den bezahlten Sales Hub; Pipedrive ist für kleine Sales-Teams, nicht für einen Solo mit unter 10 Leads. Beide kosten dich pro Monat mehr als sie dir bringen, plus zwei Wochenenden Setup. Eine LinkedIn-DM-Synchronisation klingt mächtig, ist aber bei deinem Volumen die teuerste Lösung für ein Problem, das du nicht hast. Was dich Nichtstun kostet: ein bis zwei vergessene Follow-ups pro Quartal — bei Beratungs-Deals nicht trivial, aber durch die Freitagsroutine billiger zu lösen als durch Software.

When to revisit this

Wenn du drei Monate in Folge über 25 Anfragen pro Monat hast — oder den ersten Mitarbeiter einstellst.

The part worth getting right

Die eine Entscheidung: Wie viel ist dir ein einzelner Lead wert? Wenn ein gewonnener Kunde dir mehrere Tausend Euro über ein Jahr bringt, ist jede vergessene LinkedIn-DM teuer — dann lohnt sich eine echte Erinnerungs-Logik (Sheet plus Kalender-Reminder pro Lead, oder Capsule CRM mit kostenlosem Tier für EU-Kleinunternehmen). Wenn deine Anfragen oft unverbindliche Sondierungen sind, reicht die Tabelle allein und Sync wäre Ablenkung. Die Frage, die du beantworten musst, bevor du irgendein Tool öffnest: bringt dir eine zentrale Inbox wirklich mehr Abschlüsse — oder nur das Gefühl von Ordnung?

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